Gemeinsam aktiv für Gesundheit und Wohlbefinden am GesundheitstagVom „Dead Hang“, Bienenwachs und Lipgloss bis zur Klagemauer









Vom „Dead Hang“, Bienenwachs und Lipgloss bis zur Klagemauer
Gemeinsam aktiv für Gesundheit und Wohlbefinden am Gesundheitstag
Bewegung, Teamgeist, Achtsamkeit und die Möglichkeit, über das zu sprechen, was beschäftigt: Beim diesjährigen „Gesundheitstag“ an unserer Schule stand am 28.09.26 die ganzheitliche Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Unter dem Schwerpunkt „Gesundheit & Sport“ erlebten die 12. Klassen der Fachoberschule, des beruflichen Gymnasiums sowie der HBI/HBF und die Abschlussklassen der BÜA einen abwechslungsreichen Tag mit zahlreichen Mitmachangeboten und Stationen.
Der Gesundheitstag ist dabei Teil des Engagements der Schule im Rahmen des HKMB-Projekts „Schule & Gesundheit“. Ziel ist es, Gesundheitsförderung nachhaltig im schulischen Alltag zu verankern und dabei nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische und soziale Gesundheit in den Blick zu nehmen. Genau diese ganzheitliche Perspektive spiegelte sich im Programm des diesjährigen Gesundheitstags wider.
Organisiert wurde der Tag vom 11 Köpfe starken Gesundheitsteam unserer Schule, gemeinsam mit engagierten Sportlehrkräften. Unterstützt wurde die Schule von zahlreichen externen Netzwerkpartnern sowie Schülerinnen und Schülern, die eigene Angebote gestalteten. So entstand ein vielfältiges Programm, das körperliche Fitness ebenso ansprach wie psychisches Wohlbefinden, soziale Gesundheit und die Fähigkeit, bewusst mit sich selbst umzugehen.
Herausforderungen für Körper und Teamgeist
An vier verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. An jeder Station konnten dabei bis zu fünf Sterne errungen werden. Beim Zielschuss waren Koordination und Genauigkeit gefragt. Mit jeweils drei Schüssen versuchten die Teilnehmenden, mit dem Fußball vorgegebene Ziele zu treffen. Je kleiner die getroffenen Ziele, desto mehr Sterne gab es. Beim „Dead-hang“ ging es um Kraftausdauer. Die Schülerinnen und Schüler hingen so lange wie möglich an einer Reckstange. Das Halten des eigenen Körpergewichts verlangt nicht nur die Kraft der Hände und Unterarme, sondern zusätzlich mentales Durchhaltevermögen. Der Standweitsprung fordere Explosivkraft und eine ganzheitliche Technik der Bewegungsausführung. Aus dem Stand wurde möglichst weit gesprungen, wobei die erreichte Weite entsprechend viele Sterne brachte.
Die vierte Station wurde von der gesamten Klasse als Ganzes durchgeführt. Abgeleitet vom sogenannten „Baumstamm-Slalom“ – einer traditionellen Mannschaftsdisziplin bei den schottischen Highland Games – ging es darum, eine größere Turnmatte durch einen Slalom-Parcours zu führen. Der Slalom von etwa 100 Meter wurde in einer Staffel durchgeführt, bei der immer vier unterschiedliche Schülerinnen und Schüler die Matte trugen und insgesamt möglichst viele Runden in der vorgegebenen Zeit von sieben Minuten absolvierten. Je mehr Runden von der Klasse absolviert wurden, desto mehr Sterne gab es für alle. Hierbei war nicht nur Schnelligkeit, sondern vor allem Kommunikation, Koordination und gegenseitige Rücksichtnahme gefragt.
Von allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern haben 25 das Prädikat „Champion“ erreicht, berichtet Kollege Hues, indem sie von den 20 maximalen Sternen 17 und mehr erreichten. Den besten Klassenschnitt erreichte die Klasse FW2Ba mit einem Schnitt von 14,42. Herzlichen Glückwunsch!
Ergänzt wurde das sportliche Angebot durch verschiedene Teamaufgaben, bei denen die Klassen gemeinsam Lösungen finden und sich aufeinander verlassen mussten. Auch ein Barfußpfad lud dazu ein, Bewegung einmal anders wahrzunehmen und die eigenen Sinne zu schärfen.
Eine besondere Bereicherung war das Angebot der 11. Klasse von Kollegin Deliaga, die selbstständig eine Station zur Dehnung und Kräftigung der großen Muskelgruppen anbot. Hier konnten die Teilnehmenden unter Anleitung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler aktiv etwas für Beweglichkeit und körperliche Fitness tun.
Gesundheit bedeutet auch: innehalten, loslassen und reden
Dass Gesundheit mehr ist als körperliche Fitness, wurde an weiteren Stationen deutlich. Beim Achtsamkeitstraining konnten die Schülerinnen und Schüler zur Ruhe kommen, den Moment bewusst wahrnehmen und neue Möglichkeiten kennenlernen, mit Stress und Belastungen umzugehen. Ein besonders niedrigschwelliges Angebot war die „Klagemauer“, die gemeinsam mit der Schulseelsorge gestaltet wurde. Hier gab es Raum für Sorgen, Ärger, Enttäuschungen und alles, was im Alltag belastet. Gedanken konnten aufgeschrieben und symbolisch an der Klagemauer hinterlassen werden. Das Angebot machte deutlich: Auch negative Gefühle dürfen Raum bekommen – und es kann guttun, eine Last einmal abzugeben oder mit jemandem darüber zu sprechen, sagte die Schulseelsorgerin Myriam Bär.
Einen bewussten Gegenpol bildete die „Shine bright“-Wand. Sie sammelte persönliche Sternstunden und positive Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler. Auf den Sternen fanden sich ganz unterschiedliche Botschaften – von „12 Jahre Mathe geschafft“ bis hin zu sehr persönlichen Aussagen wie: „Ich kann hier sein, wie ich bin, und habe Freunde gefunden, mit denen ich alles schaffen kann.“ So entstand ein buntes Bild dessen, was Schule neben Unterricht und Prüfungen auch bedeuten kann: persönliche Erfolge, Freundschaften, Zugehörigkeit und das Gefühl, seinen eigenen Platz gefunden zu haben.
Starke Partner aus dem regionalen Netzwerk
Ein Gesundheitstag in dieser Größenordnung lebt auch von starken Partnern außerhalb der Schule. Deshalb freuten wir uns besonders über die Unterstützung verschiedener Organisationen und Einrichtungen aus der Region. „Safe im Recht“ vom Kinderschutz Frankfurt brachte wichtige Perspektiven des Kinder- und Jugendschutzes ein und bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit Fragen rund um ihre Rechte und den Schutz junger Menschen auseinanderzusetzen. Für ein besonderes sportliches Erlebnis sorgte die Hessische Sportjugend mit dem „Adventure Cube“. Der mobile Erlebnisparcours stand der Schule mit Unterstützung der Kickers Offenbach zur Verfügung und bot eine zusätzliche Herausforderung, bei der Bewegung, Geschicklichkeit und Mut gefragt waren.
Auch die AOK war mit einem Angebot vertreten. Mit dem „Smokelyzer“ konnten die Schülerinnen und Schüler anschaulich erleben, welche Auswirkungen Rauchen auf den Körper haben kann. Das machte Gesundheitsprävention unmittelbar erfahrbar.
Für einen besonderen Genussmoment sorgte der Offenbacher Imkerverein. Die Imkerin informierte über die faszinierende Welt der Bienen und lud zur Verkostung ein. Darüber hinaus konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und beispielsweise Bienenwachskerzen und Lipgloss herstellen.
„Ein Tag ganz im Sinne von Schule & Gesundheit“, sagte die Koordinatorin unseres Gesundheitsteams Victoria Kärtner. Der Gesundheitstag zeigte eindrucksvoll, wie die Ziele des HKMB-Projekts „Schule & Gesundheit“ im schulischen Alltag konkret und erlebbar werden können. Gesundheitsförderung wurde nicht als einzelnes Unterrichtsthema verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess, der Körper, Geist und soziales Miteinander umfasst, so Kollegin Kärtner.
Dabei ging es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Vielmehr stand das gemeinsame Erleben im Vordergrund: sich bewegen, Neues ausprobieren, miteinander lachen, sich gegenseitig unterstützen, zur Ruhe kommen und vielleicht auch einmal über Dinge sprechen, die im (schulischen) Alltag sonst wenig Platz finden.
Das Gesundheitsteam der Schule, die beteiligten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die externen Netzwerkpartner machten den Gesundheitstag so zu einem vielfältigen Erlebnis und setzten damit ein sichtbares Zeichen für eine gesundheitsfördernde Schulkultur.
Denn „Schule & Gesundheit“ bedeutet nicht nur, über Gesundheit zu sprechen – sondern Räume „in real life“ zu schaffen, in denen Gesundheit erlebt, gestaltet und gemeinsam gelebt werden kann.